Parks Canada

Die schönsten Wanderrouten im Cape Breton Highlands Nationalpark

»Schön, schöner, Cape Breton Island«, pflegt meine Freundin immer zu sagen, wenn wir über den nächsten Wanderurlaub sprechen. Sie zieht es immer wieder zurück in die kanadische Atlantikprovinz Nova Scotia. Um genauer zu sein, in den Cape Breton Highlands Nationalpark, der auf der gleichnamigen Insel liegt. Wer so viel Begeisterung mitbringt, der muss auch belohnt werden, habe ich mir gedacht und bin mit ihr losmarschiert. Wochenlang. Das sind unsere Lieblingstrails gewesen. Nachmachen unbedingt empfohlen!

 

Zuerst sollte ich jedoch einmal erklären, wo sich Cape Breton Island überhaupt befindet. Im Norden Nova Scotias. Unser Reiseführer beschreibt es wie folgt: »Cape Breton Island schwebt wie ein Heiligenschein über … Nova Scotia.« Und das trifft es ziemlich gut.

Ab ins Paradies

Wer also in Halifax landet, der orientiert sich nach oben, der Küste entlang. So auch wir. Mit dem Auto fahren wir bis zum Ende des Festlands, dann über eine Stahlbrücke auf die als Naturschönheit bekannte Insel. Es ist ein dichtgrünes waldreiches Paradies, über das Weißkopfseeadler kreisen, Wale vorbeischwimmen, Eichhörnchen über die Wege huschen und die Sonne noch einen Deut prächtiger strahlt.

Pierredelune/Shutterstock.com

»Himmlisch, oder?«, ist der Lieblingssatz von Franny an diesem Ort. Ihre Begeisterung ist ansteckend und so bin auch ich seit unserer Ankunft entzückt.

Nova Scotia ist wunderschön, doch Cape Breton, das ist prächtig!

Und wenn es dort so schön ist, könnte man zumindest meinen, dass die Straßen verstaut sind, dass Overtourism herrscht, dass man sich auf den Wanderwegen die Füße platt tritt. Iwo. Man muss selbst an den pittoresken und beliebten Punkten des Cabot Trails, der sich 297 Kilometer über die Insel schlängelt, nur ab und an einer Gruppe Menschen ausweichen, die ein ähnliches Foto schießen wollen.

Nathan Dumlao

Natur von unfassbarer Schönheit

»Wenn du oben auf den Klippen stehst, hast du einen atemberaubenden Blick auf das Meer«, sagt Franny, als wir mit unserem Wagen zu unserem ersten Wanderausflug starten. Die Klippen, die sie meint, ist die Küstenlinie des weltberühmten Cabot Trails, der in der Tat Panorama-Aussichten auf das Meer bereit hält.

Doch nun zum Nationalpark, der etwa 20 Prozent der Landmasse der Insel schützt. Meine Wanderstiefel sind mittlerweile meine besten Freunde. Ich hätte ihnen fast Namen gegeben, so sehr sind wir miteinander verwachsen. Dabei hat Franny sich ein »moderates Programm überlegt«. Langsam geht es los, gaaaaanz langsam. Ich komme auch nicht schneller voran, hier will man nämlich an jeder Ecke ein Foto machen.

Erlebt es selbst, hier sind drei Wanderrouten, die sich lohnen.

Bianca Muller/shutterstock.com

DER SKYLINE TRAIL

Länge: 7.4 km
Zeit: 2-3 Stunden
Schwieirgkeitsgrad: Easy

Parks Canada

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich mit offenem Mund einen Fuß vor den nächste setze. Nicht, weil ich aus der Puste bin. Ganz und gar nicht. Aber die Schönheit, die Aussicht, macht mich schlichtweg sprachlos. »Hab ich zu viel verraten?« Ich kann nur den Kopf schütteln. Ich habe es mir schön vorgestellt, doch manchmal überholt die Realität die Fantasie um Längen. Der sieben Kilometer lange Rundweg führt über eine Klippe entlang, unter der der Atlantik tosend braust.

Amy Humphries

»Schau Wale! Waaaale!«

Ja, es klingt übertrieben, zu malerisch um wahr zu sein. Doch spätestens nach der Sichtung einer Flosse war klar, es ist keine Einbildung. Unter uns schwimmen majestätische Meeressäuger, während Seevögel kreisen und ich mit meiner Kamera kämpfe. Bewundernswert diese Menschen, die im richtigen Moment alles parat haben, denke ich mir und entscheide mich dann schlichtweg dazu, die Aussicht zu genießen. Ich habe gehört, dass auch Elche hier gerne bei Dämmerung spazieren gehen. Ob die auch die Aussicht genießen? Es wäre ihnen zu wünschen.

Wie komme zum Skyline Trail?  Der Ausgangspunkt liegt ungefähr 5,5 Kilometer nördlich des Campingplatzes von Corney Brook.


DER FISHING COVE TRAIL

Länge: 12 km
Zeit: 4-5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Der Ausgangspunkt befindet sich 355 Meter über dem Meeresspiegel, und unsere Richtung ist abwärts. Rechts neben mir geht es steil bergab, während wir uns wie Skifahrer in Kurven den Berg hinabbewegen. Franny läuft. Ich schleiche. Ich kenne jeden Farn auf dem Weg, habe jeden Pilz fotografiert und selbst einen Frosch hier oben im Gestrüpp entdeckt. Unten wartet eine kleine Bucht.

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Joel • NS, Canada (@joelcock) am

 

Es ist der einzige Ort im Nationalpark, an dem man außerhalb eines Campgrounds zelten darf (allerdings muss man sich vorher eine Genehmigung besorgen). Die Aussicht ist phänomenal, während die Bucht einem vor Füßen liegt, sieht man die steilen sattgrünen Berge, die für sich genommen fast einen tropischen Eindruck von unten machen.

 

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Milla (@fifisuarez) am

 

Wir zelten dort, wo einst die schottischen Fischer ihr Dörfchen hatten. Zwischen dem Fishing Cove River und dem Atlantik. Nachts hört man das Meer rauschen und die Sterne glitzern im Takt des Lagerfeuers. Ich bin überwältigt. Mal wieder.

Wie komme ich zum Fishing Cove Trail? Der Anfang des Wanderweges befindet sich am Cabot Trail auf dem MacKenzie Mountain.


DER FRANEY TRAIL

Länge: 7.5 km Rundweg
Zeit: 2-3 Stunden
Steigung: 95-430 m
Schwierigkeitsgrad: Schwer

Jetzt wird es steil. Wandern kann man das nicht mehr nennen, eher geklettert, teilweise über Felsen, teilweise über Baumwurzeln und manchmal, ganz gemütlich, brauchen wir nur ein paar Holztreppen hinaufzusteigen.

Geran de Klerk

 

Es ist eine schweißtreibende Angelegenheit, aber auch ein toller Walk. Ab und an riesige Felsen, die mitten im Weg liegen. Hin und wieder ein paar Waldbewohner – insbesondere buschige Eichhörnchen, und keine Menschenseele. Oben auf dem glatten Felsen steht ein Muskoka-Chair, der berühmte kanadische Stuhl. Wohl einer der fotogensten Orte Nova Scotias, zumindest für Instagram. Insbesondere weil der Blick in den Clyburn Brook Canyon wunderschön ist.

 

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Ryann Pinkerton (@fitnesswithryann) am

 

Aber wieso steht da nur ein Stuhl? Wir sind zu zweit. Quetschen uns gemeinsam rein, knuspern unseren Müsliriegel und verweilen für eine Stunde. Bis es wieder bergab geht – leider.

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Clara Baconnier (@cla_bcn) am

 

Wie komme ich zum Franey Trail? Der Franey Trail beginnt an der Franey Road, das ist eine Abzweigung des Cabot Trails.

 

Es braucht keine Überzeugungsarbeit für den Cape Breton Nationalpark. Das steht fest. Wer dennoch staunen will, der sollte sich die fünf Minuten für diese Bilder nehmen.

»Himmlisch, oder?«, würde Franny jetzt sagen.

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Maja Sebode, Mitarbeiterin bei CANUSA in Hamburg hat auch einen Tipp für Euch!

Richtig begeistert hat mich die Wal- oder Robbentour mit Captain Mark in Pleasant Bay an der Nordküste von Cape Breton Island. Wer die Zodiac-Tour wählt hat das Gefühl näher dran am Geschehen zu sein. Dafür hat eine ebenfalls angebotene Bootstour den Vorteil, dass man sich auf dem Boot bewegen kann. Mein Favorit ist das Zodiac. Mit dem Wal fast auf Augenhöhe, das ist ein einmaliges Erlebnis!

Eine Reise nach Cape Breton Island ist immer empfehlenswert. Am besten wenn man gut beraten verreist. Der richtige Reiseveranstalter und gleichzeitig die Experten für Kanada ist das Team bei CANUSA. Der Spezial-Veranstalter hat auch ein attraktives Angebot zur Region.

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