Kanadas TV-Geheimnisse

Wir haben neuerdings einen schier unendlichen Zugang zu TV-Serien – Netflix, Maxdome oder Amazon Prime sei Dank. So können Abende gefüllt und lange Wochenenden erträglicher gemacht werden. Und dabei sind wir häufiger in Kanada zu Gast als wir denken. Ja, auch als uns die Serien-Macher Glauben machen wollen. Denn ähnlich wie bei unzähligen Kinofilmen werden auch die Zuschauer einiger Serien hinters Licht geführt, was den tatsächlichen Drehort betrifft. Hier sind nur ein paar Beispiele für Serien, die in Kanada entstanden sind. Hättet Ihr es gewusst?

 

SUITS

Die Wall Street liegt mitten in Toronto! Zumindest soll das dortige Bay-Adelaide-Center in der US-Anwaltsserie Suits das berühmteste Gebäude im New Yorker Bankenviertel darstellen. Und das ist längst nicht alles, denn Suits wurde komplett in Toronto gedreht. Lediglich ein paar Luftaufnahmen von New York wurden dazwischen gemischt. Fertig ist die Illusion. Doch komplett täuschen kann man die Zuschauer nicht. Ziemlich ungeschickt, wenn man extra gelbe New Yorker Taxen am Filmset platziert und im Hintergrund orange-türkisblaue Taxen oder ein Linienbus der Stadt Toronto vorbeifahren.

 

BATES MOTEL

Die Thriller-Serie Bates Motel liefert die Vorgeschichte zu Alfred Hitchcocks Filmklassiker Psycho. Wurde das Original noch in Kalifornien und Arizona gedreht, so entstand die Fernsehgeschichte über Norman Bates Werdegang zum Psychopathen in Aldergrove, in der Nähe von Vancouver. In der 272nd Street in Aldergrove steht das schummrig schöne Wohnhaus der Familie Bates, das extra für die Dreharbeiten gebaut wurde. Mit dem Ende der Serie verschwindet es wieder. Schade aber auch!

 

Supernatural

Übernatürlich geht es in der Mystery-Serie Supernatural zu. Auch hier diente die kanadische Stadt Vancouver als Drehort. Auf die Spuren der Hauptperson Dean Winchester kann man sich unter anderem auf dem Gelände des Riverview Hospitals in Coquitlam,British Columbia begeben.

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Smallville

In der Fantasy-Serie Smallville geht es um die Jugend von Superman. Der steigt normalerweise in New York verkleidet aus der nächstbesten Telefonzelle. Gedreht wurde aber in Vancouver und in kleinen kanadischen Städten wie Cloverdale oder Aldergrove. Das eindrucksvolle Hatley Castle in Victoria, British Columbia, ist in der Serie die Furcht einflößende Villa von Supermans Erzfeind Lex Luthor. Das Schloss ist aber auch sonst sehr sehenswert und kann besichtigt werden.

 

The Killing

Eine dänische Serie kommt in die USA und wird gedreht in Kanada. Internationaler geht es ja gar nicht. Und wieder einmal hat Vancouver das Rennen gemacht: Auch The Killing, die Neuauflage der dänischen Krimiserie Kommissarin Lund – Das Verbrechen wurde an der kanadischen Westküste gedreht. Dabei spielt sie eigentlich gut 240 km südlich: In Seattle. Dort hat man genau verfolgt, was die kanadischen TV-Leuten dem Zuschauer als ihre Stadt vormachen wollen und offensichtliche Fehler immer wieder publik gemacht. Übrigens: Auch das Hatley Castle (siehe Smallville) war wieder Kulisse und musste dieses Mal als Militärakademie herhalten.

 

Warum aber zieht es die Filmemacher immer wieder nach Kanada? Die USA sind nicht viel kleiner als Kanada und haben sicherlich auch genügend interessante Schauplätze zu bieten. Und wieso filmt man Szenen in Toronto mit der Absicht, es wie New York aussehen zu lassen? Ganz einfach: die Produktionskosten sind in Kanada um einiges niedriger als in den USA. Die Film- und TV-Industrie treibt sich oftmals weit weg von Hollywood herum. An Orten, wo man sie gar nicht erwartet.


Fotohinweis Titelbild:  Frank Okay/unsplash.com

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