Frankie Cordoba

Die 5 besten Live-Clubs in Toronto

Licht aus, Spot an! Den Spruch werden unsere Eltern noch kennen. Ilja
Richter hat die Live-Musik in seiner Sendung „Disco“ damals ins
deutsche Fernsehen geholt. In Toronto ist dieses Motto bis heute
allgegenwärtig. Wie kaum eine andere Stadt der Welt steht sie für eine
pulsierende Livemusikszene. Egal ob Rock, Pop, Jazz, Metal, Ska, Blues
oder Funk: Täglich gibt eine Band in einem der unzähligen Clubs ein
Konzert. Damit Ihr schon mal einen Überblick bekommt, wo es sich
besonders lohnt, das letzte Tour-Shirt nochmal zu tragen, hier meine
persönlichen Top 5 der angesagtesten Live-Clubs der Stadt.

The Dakota Taverne

Wer hier hineingeht, fühlt sich erst einmal in den Wilden Westen
versetzt. Über der Bühne hängt ein gewaltiger Kuh-Kopf. Alte Plakate
und große Whisky-Schilder versprühen einen Hauch von Saloon-Atmo. Doch
das Dakota auf Country und Rockabilly zu reduzieren, wäre zu kurz
gegriffen. Hier wippt das Publikum jeden Abend zu einem anderen Sound:
Roots, Rock, Jazz, Pop oder Blues. Ein ständiger Besucher sagte mir
mal: Ich komme seit 11 Jahren in diesen Club und habe noch nie ein
schlechtes Konzert gesehen. Das Dakota ist einer dieser Orte, in denen
man gebannt auf die Bühne schaut. Und nicht aufs Handy!

Und wer sich doch lieber unterhalten möchte: In der angrenzenden Bar
lässt es sich wunderbar aushalten. Das weiß selbst Kanadas
Bestseller-Autorin Margaret Atwood zu schätzen, die regelmäßig auf
einen Drink vorbeikommen soll.


Lee‘s Palace

Hier darf wirklich jeder auf die Bühne. Und das ist alles andere als
ein Makel. Im Gegenteil. Das Lee´s ist ein guter Ort für eine kleine
Band, die mal eine große Show spielen möchte. Gleichzeitig ist es aber
auch der perfekte Ort für die große Band, die Lust auf eine kleine
Show hat. Das haben auch schon die Rolling Stones oder die Smashing
Pumpkins zu schätzen gewusst. Grundsätzlich ein prima Ort, um
überrascht zu werden. Die Musik im Lee´s passt sich keiner strikten
Form an. Und hält Erinnerungen hoch: Zum Beispiel die an Kurt Cobains
berühmt-berüchtigten Flaschenwurf. Sucht die Wände ab. Ihr werdet es
kaum übersehen!


HORSESHOE TAVERN

Die Hufeisenkneipe ist legendär in Toronto. Vorn eine lange Bar, an
der Rückseite eine große Bühne. Das ist alles. Hier tritt auf, wer es
morgen geschafft haben kann. Die Horseshoe Tavern steht ganz oben auf
der Booking Liste der Agentur, die Talente an kleine
Veranstaltungsorte bringen will. Und so spielt diese kleine Kneipe
trotz ihrer fast 70 Jahre auf dem Buckel immer noch eine
Schlüsselrolle in der Entwicklung des lokalen Indie-Rocks.


The Cameron House

Egal, ob man nur mal ein Bier trinken und dazu nicht nur Musik vom
Band hören möchte oder ob man eine neue Band entdecken will. Alles ist
möglich und das sogar gleich zweifach. Im Cameron gibt es nämlich
gleich zwei Bühnen, und es ist keine Seltenheit, dass parallel auf
beiden gespielt wird. Hinten die Blackbox, vorne eine wunderbar
kitschige Show-Area aus Purpur und Samt. Ihr werdet vor lauter guter
Musik auf der Bühne gar nicht dazu kommen, aber es lohnt sich
trotzdem: Betrachtet unbedingt die vielen Kunstwerke an den Wänden und
die herrliche Decke des Clubs.


The Rex

Das Rex ist einer dieser Orte, von denen unsere Eltern nicht glauben
werden, dass es sie immer noch gibt. Obwohl er erst in den 1980ern
eröffnet wurde, strahlt alles im Club 70er-Flair aus. Früher eine
Schlägerkneipe, heute Torontos angesagteste Jazz- und Blues-Bar. Ob
Locals, internationale Stars, Dixieland-Bands oder experimentelle
Musiker: Im Rex gibt es nicht nur einen Gig pro Tag und nicht
weniger als 19 pro Woche!

 

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