Leuchturm Bas Saint Laurent am Sankt-Lorenz-Strom. Marc Loiselle

Québecs Leuchttürme: Ein Roadtrip am Meer

Salzige Meeresluft, Wellenrauschen und eine große Portion maritime Geschichte: All das findet man auf der »Route des Phares« am Sankt-Lorenz-Strom. Entlang der Küste stehen Québecs historische Leuchttürme. Am 13. Juli werden die Bauwerke am nationalen Leuchtturmtag gefeiert. 

Damit die stillen Wächter des Sankt-Lorenz-Stroms nicht in Vergessenheit geraten, stehen die Leuchttürme am 13. Juli im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Dabei machen die Veranstaltenden auf Restaurierungs- und Erhaltungsprojekte aufmerksam. Das ist wichtig, damit die maritime Geschichte Québecs weiterlebt und die Leuchttürme auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Leuchtturm in Gaspésie in Québec.
Robert Baronet

Auf der »Route des Phares«

Eine Tour zu den Leuchttürmen lohnt sich, auch unabhängig vom Gedenktag. Wer sie alle sehen möchte, kann die »Route des Phares« fahren, auf Deutsch: die Straße der Leuchttürme. Entlang der Küstenregionen Québecs verbindet die Route rund 40 Leuchttürme am Sankt-Lorenz-Strom. Die Strecke führt durch unterschiedliche Landschaften, von der Gaspésie über Bas-Saint-Laurent bis zur Côte-Nord.

Küste von Tadoussa am Sankt-Lorenz-Strom in Québec.
Matthew Mortimer/Unsplash.com

Einige der Leuchttürme sind bis heute in Betrieb, andere sind Museen und wieder andere lassen sich für Übernachtungen buchen. Wer nicht die ganze Strecke fahren möchte, kann die Tour in kleinere Abschnitte unterteilen. Hier sind die 10 schönsten Leuchttürme der Route:

1. Point-à-la-Renommée (Gaspésie)

Der kleine, knallrote Leuchtturm wirkt wie aus dem Bilderbuch. 1880 wurde der ursprüngliche Turm gebaut, 1907 jedoch durch den auffällig roten Stahlturm ersetzt. Zwischendurch stand der Leuchtturm an einer anderen Stelle, doch eine Bürger*inneninitiative setzte sich dafür ein, dass der Turm wieder an seinen Ursprungsort zurückgebracht wurde. In der idyllischen Leuchtturmanlage steht die älteste Seefunkstation Nordamerikas.

2. Cap-des-Rosiers (Gaspésie)

Ganze 37 Meter steigt der Leuchtturm Cap-des-Rosiers über der Küste empor. Damit ist er der höchste Leuchtturm Kanadas und das nicht ohne Grund: Unzählige Schiffsunglücke führten dazu, dass man 1858 einen besonders hohen und gut sichtbaren Leuchtturm erbaute. Heute ist er ein beliebter Ort, um Wale und zahlreiche Seevögel zu beobachten.

Seevögel in Percé am Sankt-Lorenz-River in Québec.
Frederick Wallace/Unsplash.com

3. Cap-de-la-Madeleine (Gaspésie)

Von der Landspitze aus hat man hier einen weiten Blick über den Sankt-Lorenz-Strom. Wer Glück hat, sieht Meeressäuger vorbeiziehen. Die Anlage wurde 1907 gebaut und ist nun ein Museum. Dort lernt man heute Wissenswertes über Leuchttürme, die hauseigene Lachsfarm sowie die anliegende Papierfabrik.

4. Île Verte (Bas-Saint-Laurent)

Dieses Schmuckstück hat schon viele Jahre auf dem Buckel, kein Wunder, denn Île Verte beheimatet den ältesten Leuchtturm am Sankt-Lorenz-Strom. 1809 wurde der Turm mit dem kleinen Häuschen für den Leuchtturmwärter erbaut. Wer Lust auf eine besondere Unterkunft hat: Hier, im historischen Bauwerk direkt an der Küste, kann man übernachten.

5. Pointe-au-Père (Bas-Saint-Laurent)

Bas Saint Laurent Leuchtturm am Sankt-Lorenz-Strom in Québec.
Zachary Rose

Der Leuchtturm Pointe-au-Père ist eine architektonische Besonderheit. Mit seiner achteckigen Bauweise fällt der Turm von 1909 sofort ins Auge. Das Bauwerk lässt sich begehen, was sich lohnt, denn aus 33 Metern Höhe hat man einen herrlichen Blick über das Meer und den umliegenden Ort. Gleich nebenan liegen das Onondaga U-Boot sowie das Museum, das an das gesunkene Luxusschiff Empress of Ireland erinnert. Das Schiffswrack liegt auf dem Meeresgrund vor der Küste des Pointe-au-Père-Leuchtturms.

Über diesen Link lassen sich weitere Informationen zum Leuchtturm Pointe-au-Père und dem anliegenden Museum finden.

6. Îles du Pot à L’Eau-de-Vie (Bas-Saint-Laurent)

Blick auf den Leuchtturm am Pot à l'Eau-de-vie un Sankt-Lorenz-Strom in Québec.
Anne Richard / Shutterstock.com

Mitten im Sankt-Lorenz-Strom liegt der Pot à L’Eau-de-Vie, auch Brandy Pot Island Lighthouse genannt. Der Name ist Programm, denn der Leuchtturm von 1861 wurde nicht nur für die Seefahrt genutzt: Die abgelegene Lage machte den Turm zu einem idealen Ort, um während der Prohibition Alkohol zu schmuggeln. Die Leuchtturmanlage lässt sich als Unterkunft mieten.

7. Cap-de-Con-Désir (Côte-Nord)

Dieser historische Leuchtturm steht im Marine Park Saguenay–Saint-Laurent. Der schlichte Turm ist Teil des Interpretationszentrums des Parks. Von hier aus kann man hervorragend Wale, Robben und Seevögel beobachten. Alle, die auf der Suche nach Naturerlebnissen sind, sollten dem Leuchtturm einen Besuch abstatten.

Robben an der Küste im Marine Park Saguenay am Saint-Lorenz-Strom in Québec.
Jay Thaker/shutterstock.com

Dieser Link führt zur Website des Marine Park Saguenay–Saint-Laurent.

8. Pointe-des-Monts (Côte-Nord)

Mit seinen charakteristischen roten Leuchtturm-Streifen ist der Pointe-des-Monts ein richtiger Hingucker. Malerisch steht der 1830 erbaute Turm auf einer weitgehend unbewohnten Landzunge. Ein echtes Postkartenmotiv, besonders bei Sonnenuntergang!

Leuchtturm Pointe des Monts am Sankt Lorenz Strom in Québec.
Fotogro/Shutterstock.com

9. Matane (Gaspésie)

Der Matane Leuchtturm liegt direkt an der »Route des Phares«, dahinter gleich das Meer. Die Anlage wurde 1830 erbaut und ist nun das Zuhause des lokalen Touristenzentrums. Wer schon mal hier ist, kann sich gleich die maritime Ausstellung im Leuchtturm anschauen.

Mit diesem Link lässt sich die Website des Matane-Touristenzentrums finden.

10. L’Anse-à-la-Cabane (Îles-de-la-Madeleine)

Leuchtturm auf der Îles de la Madeleine am Sankt-Lorenz-Strom in Québec.
Facing Waves

In wunderschöner Lage steht dieser Leuchtturm an den Klippen des Sankt-Lorenz-Stroms. Der Turm wurde zwischen 1870 und 1871 erbaut und liegt im Parc patrimonial William-Cormier. Der historische Park hat es sich zur Aufgabe gemacht, die maritime Geschichte der Region zu erhalten. Bis 2011 nutzten Schiffe den Leuchtturm zur Orientierung.

Den Sommer am Sankt-Lorenz-Strom erleben

Ob als mehrtägiger Roadtrip oder als Zwischenstopp auf einer Québec-Reise: Die »Route des Phares« zeigt die Provinz von ihrer maritimen Seite. Am schönsten ist die Tour im Sommer. Zu dieser Zeit lassen sich am Sankt-Lorenz-Strom nicht nur Wale, sondern auch unzählige Seevögel beobachten. Außerdem ist die Küstenlandschaft in dieser Zeit üppig und grün bewachsen.

Sonnenuntergang am Sankt-Lorenz-Strom in Québec.
Johannes Plenio/Unsplash.com

Wer weitere Informationen zu Québecs Leuchttürmen finden möchte sowie Tipps und Touren sucht, findet diese auf der Website Bonjour Québec: https://www.bonjourquebec.com/en-gb/blog/must-see/10-iconic-lighthouses-to-visit-in-quebec

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