Mann mit Rucksack im Wald Ali Inay

In die Wanderschuhe, fertig, los!

Ebenso wie für das Skifahren im Winter ist British Columbia für seine Wanderwege bekannt, die sich durch die einmalige Landschaft ziehen. Hier sind die Geheimtipps unter den Trails, die eines gemeinsam haben: Sie sind wunderschön. Bitte beachtet: Jede Wanderung befindet sich im natürlichen Terrain von Bären und Pumas. Wie ihr Euch korrekt verhaltet, zeigt euch diese Webseite

Nuu-chah-nulth Trail im Pacific Rim National Park

Vom Meer ans Meer: Der Nuu-chah-nulth Trail ist mit 3.8 Kilometern einer der längsten Wanderwege im Pacific Rim National Park – und er führt über einen erhöhten Holzpfad durch den dichten Regenwald zum Florence Beach. Früher hieß dieser Weg mal Wickaninnish Trail, er hat denselben Startpunkt wie der South Beach Trail. Dann allerdings geht es die Holzstufen hinauf – und man hat eine ganz lange Promenade vor sich. Schon im dichten Wald ist bald das Meeresrauschen zu hören. Heute lässt er Wanderer an der Kultur und Geschichte der Nuu-chah-nulth teilhaben – so kann man etwa erfahren, was »Hishuk ish ts’awalk« bedeutet und wie der Glaube diese Ureinwohner beeinflusst.

EinPfad führt durch den grünen Regenwald ds pacifim Rim Nationalparks in Kanada
JeniFoto/ Shutterstock.com

Im Kwisitis Visitor Centre ist die Geschichte der Region beeindruckend aufgearbeitet und spannend dargestellt, hier gibt es noch mehr Informationen über die Bräuche und die Sprache der Nuu-chah-nulth. Und wenn ein wilder Sturm vom Pazifik herweht, dann ist man in dem Gebäude an der allerbesten Stelle, um sich das Spektakel anzuschauen.

Gut zu wissen: Auf dem Weg gibt es kaum Höhenunterschiede, allerdings muss man einige Treppen meistern. Geöffnet ist der Trail das ganze Jahr hindurch, wenn es das Wetter zulässt. Hin und zurück sollte man für den Weg zwischen zwei und drei Stunden einplanen – wer noch ein paar Sandburgen bauen will, braucht länger.

Kleiner Pfad führt durch den dichten Regenwald des Pacific Rim Nationalparks
Elena Elisseeva/ Shutterstock.com

Skookumchuck Trail at Skookumchuck Narrows Provincial Park

Der Name ist Programm: »Skookumchuck« ist ein Wort aus der Sprache der Chinook, das »aufgewirbeltes Wasser« oder »schneller Strom« bedeutet. Und genau diese unglaubliche Kraft des Wassers kann man hier an den verschiedenen Aussichtspunkten sehen. Der Unterschied zwischen den Gezeiten ist immens: bei einem Tidenhub von drei Metern bringt die Flut rund 700 Milliarden Liter Wasser mit sich. Besonders gut ist das an den engen Stellen zwischen Sechelt und dem Jervis Inlet zu sehen.

Aussicht auf einen Fluss und die dahitner liegenden Berge bei Dämmerung
EB Adventure Photography/ Shutterstock.com

Die Stromschnellen sind berühmt für ihre spektakulären Wirbel. Die besten Zeiten, um das Wasser derart in Wallung zu erleben, ist bis zu eine Stunde vor und eine Stunde nach dem Hochwasser. Neben Stromschnellen und Gischt sieht man hier zahlreiche Wasservögel und andere Meeresbewohner.

Gut zu wissen: Acht Kilometer ist der Rundweg lang, zwischen zweieinhalb und drei Stunden sollte man mindestens einplanen. Über weite Strecken ist er flach, mitunter gibt es leichte Erhöhungen. Zwar ist der Weg das ganze Jahr über geöffnet, doch die schönste Zeit für eine Wanderung ist vom Frühling bis zum Herbst.

Links: Mädchen hält sich Blatt vor den Mund, rechts: Vogel in Nahaufnahme
Alexandre Crousette | Kevin Pickell/ Shutterstock.com

Inspiration Woods Trail im Mount Revelstoke National Park

Ein poetischer Name für einen gemütlichen Weg durch den Wald. Der Trail ist vor allem von Nadelbäumen gesäumt, von Zedern, Schierlingen, Douglasien und anderen mächtigen Gewächsen. Farne hängen von den Bäumen und der Boden ist mit Moos bedeckt – ein Wald auf einem feuchten Untergrund, wie ohne Probleme zu erkennen ist. An den Creeks steht der Igelkraftwurz (devil’s club), eine Pflanze, die nur im Nordwesten Nordamerikas vorkommt und bei manchen Ureinwohnern als Medizin geschätzt ist. Im Herbst sieht man hier im Wald sehr viele Pilze verschiedenster Arten. Wer dabei an ein leckeres Süppchen denkt, wird enttäuscht, denn in den Nationalparks dürfen keine Pilze gepflückt werden!

Blauer Himmel über grünen Wäldern eines Nationalparks in Kanada
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Gut zu wissen: Der Weg ist etwa 2,5 Kilometer lang, dabei werden rund 133 Höhenmeter überwunden. Weil es hier noch zahlreiche andere Trampelpfade gibt, beim Wandern verstärkt darauf achten, immer auf den markierten Wegen zu bleiben. Mindestens eineinhalb Stunden sollte man einplanen, um in aller Ruhe die Landschaft genießen zu können. Sie ist zwischen April und Mai sowie Oktober und November am schönsten.

Nahaufnahmen Natur im Nationalpark, Pflanze und Tier
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Odegaard Falls Trail/ Nusatsum River Trail im Bella Coola Valley

Zuallererst: Wer hier wandern will, sollte mit einem Allrad-Auto anreisen – denn so sind die Startpunkte der Trails im Great Bear Regenwald am sichersten zu erreichen. Ein Aussichtspunkt am Straßenrand, von dem aus man die Odegaard-Wasserfälle wunderbar sehen kann, ist der Startpunkt des Nusatsum River Trail . Der Weg führt moderat bergab und endet am Zusammenfluss des Nusatsum und einem kleinen Bach, der keinen Namen hat. Von einer Fußgängerbrücke aus kann man zum Aussichtspunkt in der Nähe der Wasserfälle aufsteigen. Die sind besonders beeindruckend, wenn im Frühjahr der Schnee im Gebirge schmilzt und die Wassermassen zu Tal rauschen. Der Weg zu den Fällen verläuft durch einen alten moosigen Wald, in dem es zahlreiche Arten von Nadelbäumen gibt, die in Europa überwiegend unbekannt sind.

 

Gut zu wissen: Rund 100 Meter beträgt der Höhenunterschied auf dem vier Kilometer langen Weg, der für alle Wanderer zu bewältigen ist. Ein paar Stunden sollte man dennoch einplanen, um die Aussicht auf die Wasserfälle ausgiebig genießen zu können. Die pure Begeisterung für die Region Bella Coola Valley könnt ihr in diesem Podcast hören.

Zwei Hände vormen ein Herz
Arif Mills

Butze Rapids bei Prince Rupert

Hier wird die Physik mal kurz außer Kraft gesetzt: je nachdem, woher die Gezeiten kommen, fließen die Butze Rapids mal nach Ost und mal nach West. Ein gut fünf Kilometer langer Rundweg führt durch den Regenwald bis zu einem Aussichtspunkt hoch über diesen spektakulären Stromschnellen, die nach einem Herrn Butze benannt sind. Er sollte hier einst Land für die Eisenbahn erwerben. Zahlreiche Schilder säumen den Weg und erklären dieses besondere Phänomen. Wer Glück hat und zum richtigen Zeitpunkt unterwegs ist, kann Rotwild, Bären, Seeadler und Wölfe sehen – und anhand der Zedernbäume, deren Stämme keine Rinde mehr haben, erahnen, dass hier früher die First Nations der Region gesiedelt haben. Besonders wild sind die Rapids übrigens, wenn die Gezeiten besonders hoch oder besonders niedrig sind.

Bär guckt in die Kamera
Martin Mecnarowski/ Shutterstock.com

Gut zu wissen: Der Trail ist auch für Unsportliche machbar und ein wirklich schöner Ausflug. Für den Rundweg von etwa 5,4 Kilometern braucht man etwa anderthalb Stunden. Mit dem Auto ist der Ausgangspunkt etwa zehn Minuten von Prince Rupert entfernt.

Nationalpark in Kanada
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Flatbed Cabin Pool Dinosaur Footprint Trail in Prince George

Tirol hat den Ötzi – und Prince George einen Geopark, in dem zwei Jungen im Jahr 2000 durch Zufall die Spuren von Dinosauriern entdeckten, als sie auf dem Flatbed Creek mit dem Schlauchboot fuhren. Der Weg zu diesen Spuren ist nur drei Kilometer lang, der Höhenunterschied kaum spürbar. Doch er ist auch ein Teil eines 27 Kilometer langen Wanderwegs, der durch die Region führt. Auf dem Dinosaur Footprint Trail kann man ohne Probleme allein spazieren, bei flachem Wasser ist das auch ein idealer Platz, um im Creek schwimmen zu gehen. Wer mehr über die Entdeckungen und die Geschichte lernen will, kann sich auch einer geführten Tour der Tumbler Ridge Museum Foundation anschließen.

Aussicht auf Fluss mit Bergpanorama
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Hier wurden übrigens nicht nur die Spuren gefunden, sondern auch Knochen eines Dinosauriers – und wer weiß: vielleicht gibt es noch mehr Fundstücke, wenn man aufmerksam durch den Wald wandert.

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