Wo die Songs Zuhause sind

Orte können so inspirierend sein. Geschichten entstehen als Resultat. Oder eben Songs. Ich hab eine Karte erstellt mit den besten Songs zum Ort. 

Kanada in den Charts

Die Musikszene in Kanada boomt schon seit ein paar Jahren ganz ordentlich und bringt immer mal wieder neue musikalische Helden hervor. Einst war das Bild des kanadischen Musiker geprägt von Stars wie Michael Bublé, Céline Dion, Nickelback, Leonard Cohen oder Bryan Adams. Heute hält man gerne die Indie-Idealisten Arcade Fire, den supererfolgreichen Drake oder die Folkmuse Basis Bulat ikonisch hoch. Das wissen wir schon

Was wir noch nicht wissen: Auch das Land selbst inspiriert zu bewegenden Songs. Tracks, die teilweise die Landschaft und die Menschen widerspiegeln und andere Lieder, die kanadische Orte als eine Art Inspiration sehen. Wie beispielsweise der Song Calgary von Bon Iver.

Vernon, alias Bon Iver,  hatte Calgary noch nie betreten als er den Song schrieb. Aber er hatte eine Ahnung, wie die Stadt wohl sein mag.

»Having never been to Calgary, you tend to beautify it or put it into some form in your mind. When I think of Calgary, I think of an isolated capital city. I think about the Rockies. I think about high places. I’ve always sort of dreamt about it. So Calgary became this place that true love comes from«.

Schöner könnte auch eine Liebeserklärung nicht klingen.

So klingt die Sehnsucht nach einsamkeit

Aber nicht nur die Städte werden besungen, auch die Einsamkeit findet ihren musikalischen Platz. So beispielsweise in dem Song Nunavut von Megaflora. Eine Band aus der britischen Hauptstadt London, die darüber philosophiert, wie es sich anfühlen muss, wenn der Horizont niemals endet, wenn das Dunkel nicht zu Licht wird.

Oder diejenigen, die ihre Wurzeln besingen. Wie die Cree-Sängerin Buffy Saint-Marie, die in Tal des Qu’Appelle River in einem Reservat in Saskatchewan geboren wurde und deren Songtexte heute an Universitäten besprochen werden, weil sie das soziale Leben in ihren Höhen und Abgründen so lyrisch schön und real genau beschreibt.

Und die kanadische Weite hat auch eine weitreichende Wirkung. So beispielsweise widmete die bayrische Band Impala Ray – ja richtig bayrisch! – dem Yukon einen Song, den sie selbst liebevoll »Indianer Song«  nennen und der so viel Wildnis widerspiegelt, dass man meint, sie hätten ihn auf der Suche nach einem Grizzly geschrieben.

Also, hört rein in die kanadische Landschaft. Einfach einen Ort auswählen und den You-Tube-Link öffnen. Oder über die Spotify Playlist den Widmungen lauschen.