Wanderer im Grasslands National Park in Saskatchewan, einem der schönsten Nationalparks in Kanada Destination Canada

Das schönste Dutzend – Nationalparks in Kanada

Die Natur Kanadas ist gewaltig: Von rauen Küsten über weite Steppen zu schneebedeckten Gipfeln und rauschenden Wasserfällen – das Land hat die volle Bandbreite waschechter Wildnis zu bieten. Am einfachsten begegnet man ihr in den vielen wundervollen Nationalparks in Kanada. Das sind unsere zwölf Favoriten.

Kootenay, British Columbia

Lasst uns mit einem Geheimtipp beginnen! Denn während die Rocky Mountains in Alberta rund um Jasper und Banff ein Touristenhotspot sind, kann man sich in den Rockies im Kootenay National Park noch wie der einzige Mensch auf Erden fühlen. Auf dem Rockwall Trail wandert man im Angesicht der schroffen, schneebedeckten Gipfelketten vorbei an tieftürkisen Bergseen. Im Winter sind die Hänge rund um das Nipika Mountain Resort ein Eldorado für abenteuerlustige Langläufer und Skifahrer. In den Radium Hot Springs wartet dann ein natürlich heißes Bad in den Quellen auf euch. Am besten erreicht ihr den Kootenay Nationalpark von Calgary in Alberta. 

Radium Hot Springs pools im Kootenay National Park
Destination BC/Kari Medig

Pacific Rim, British Columbia

Der Pacific Rim National Park auf Vancouver Island bietet eine spektakuläre Kulisse: Hügel, dicht bewachsen mit hohen Fichten, drängen sich bis an den breiten Streifen Strand, an den wunderschöne, endlos langen Wellen rollen. Am berühmtesten ist der Long Beach. Vor der Küste tummeln sich Grauwale, im Hinterland durchziehen einsame Pfade die Szenerie, der berüchtigte West Coast Trail zum Beispiel.

Trubelig wird es schnell im Surfer-Eldorado Tofino. Da würden wir den Sommer meiden, aber in der Nebensaison ist Tofino wunderbar, zauberhaft und charmant. Auch im Winter lohnt sich ein Trip hierher, dann nimmt man sich am besten eine gemütliche Cabin mit Meerblick, setzt sich in einen Sessel mit Tee und lässt sich von den springenden Winterwellen verzaubern. Tatsächlich sind die Surfer dank der Neoprenanzüge das ganze Jahr aktiv. 

Küste im Pacific Rim National Park, einem der schönsten Nationalparks in Kanada
Destination BC/ Yuri Choufour

Kluane, Yukon

Der Yukon ist eine der am dünnsten besiedelten Provinzen Kanadas. Daher bietet sich der Kluane National Park für alle an, die es gerne einsam mögen. Ganz im Süden des Territoriums wartet hier ein Abenteuerland, das seinesgleichen sucht. Am besten kommen Besucher mit dem Auto und bringen ein Zelt mit, denn im Park kann man an eindrucksvollen Campgrounds sein Lager aufschlagen.

Was den Ort sonst so besonders macht? Nun, hier reihen sich gleich einige Superlative aneinander: Zum einen befindet sich Kanadas höchster Berg hier, der Mount Logan, der knappe 6.000 Meter hoch ist! Auch Kanadas größtes Eisfeld lässt sich im Kluane bestaunen. Außerdem hat der Park eine dichte Population an Grizzlybären – eine Sichtung ist hier also mehr als wahrscheinlich. Zum anderen bietet die gigantische Natur viele Möglichkeiten für Touren abseits ausgetretener Pfade. Der mehrtägige Cottonwood Trail schlängelt sich durch die Wildnis, und wer den richtigen Adrenalin-Schub möchte, der schmeißt sich mit einem Kajak auf den Tatshenshini River ins Wildwasser. 

Kluane National Park im Yukon
Destination Canada

 Grasslands, Sasketchewan

Die flache Prärielandschaft im Grasslands National Park in Saskatchewan ist seit langer Zeit die Heimat verschiedener Völker der First Nations. Man kann hier das Leben der Cree, Blackfoot, Sioux und vieler weiterer Gruppen bis zu 10.000 Jahre zurückverfolgen. Besucher können ihre Tipis, historische Ritualplätze und viele weitere kulturell spannende Orte besuchen.

Doch allein die Landschaft ist magisch genug: Prärie, soweit das Auge reicht, durchzogen von Flüssen und kleinen Hügelketten. Hier und da eine verlassene Holzhütte und große Graslandschaften, in denen Bisons durch die Weite ziehen. Dank der Einsamkeit sieht man hier übrigens so viele Sterne wie kaum anderswo in Kanada. Also: Wanderschuhe an und los – mehr Prärie-Gefühl geht nicht.

Bisonherde aus Autofenster
Tiffany Noel Videography/ Shutterstock.com

Nahanni, Northwest Territories

Der Nahanni National Park im Süden der Northern Territories ist rau, zerklüftet und gibt einem das Gefühl, in einer unentdeckten Welt zu wandeln. Hohe Granitfelsen durchziehen die Landschaft, wilde Wälder und reißende Flüsse sind Heimat der Dehcho First Nations. Hierher gelangt man nur mit einem Wasserflugzeug, so abgelegen liegt das Gebiet. Bergsteiger versuchen sich an den steilen Felswänden, der sogenannte Cirque of the Unclimbables etwa ist legendär. Auf Wanderer warten unzählige Wege aller Schwierigkeitslevels für Tagestouren oder längere Trips.

Auch eine Kajaktour auf dem Nahanni River bleibt ein unvergleichliches Erlebnis und bietet immer wieder Gelegenheit, die indigene Kultur Kanadas näher kennenzulernen. Wer mag, kann auch mit einem Flugzeug über den Park fliegen und zum Beispiel die beeindruckenden Virgina Falls von oben bestaunen. Der Park zählt zum Unesco Welterbe.

Berge im Nahanni National Park
Colin Field/ NWT Tourism

Wapusk, Manitoba

Etwas südlich von Churchill erstreckt sich der Wapusk National Park entlang der Hudson Bay. Die Landschaft ist subarktisch, hier mischen sich arktische Tundra und borealer Nadelwald. Weil sich in die Region unzählige Eisbären zurückziehen, um ihre Babys zu bekommen, darf man den Park nur mit lizensierten Reiseveranstaltern aus Churchill betreten. Doch der Aufwand lohnt sich, denn neben den Eisbären trefft ihr dort auch Polarfüchse, Wölfe und Rentiere. Auch für die Sichtung der Polarlichter ist der Park eine gute Adresse.

Eisbär im Wapusk National Park in Manitoba
Travel Manitoba

Pukaskwa, Ontario

Wer sich gerne abseits der Menschenmassen bewegt, der sollte sich den Pukaskwa National Park in Ontario merken. Ähnlich wie im Pacific Rim National Park treffen hier dichte Kiefernwälder auf die raue Küste des Lake Superior. Auf dem Coastal Hiking Trail können Besucher die unglaubliche Biodiversität am besten erkunden. Auch die Coastal Paddling Route verspricht eine tolle Zeit in der wunderschönen Natur. 

Blick hinunter auf einen Campingplatz in einem Wald nahe dem Ufer des Superior Pukaskwa Nationalparks
G Kipling/ Shutterstock.com

Mingan Archipelago, Québec

Im Osten Québecs an der Küste des Sankt-Lorenz-Stroms ist ein wundersames Naturspektakel zu sehen: Über hunderte von Jahren haben dort Wellen und Regen den Kalkstein zu irren Formationen gewaschen. Einzelne Monolithen ragen wie Statuen in den Himmel und bieten tolle Fotomotive. Doch man sollte auch unbedingt auf ein Boot steigen und den Mingan Archipelago National Park vom Wasser aus erkunden. Denn, wie der Name schon verrät, verteilen sich vor der Küste rund 1.000 Inseln im Golf. Hier sind besonders viele Seevögel beheimatet, wie beispielsweise der hübsche Papageientaucher. 

Mingan Archipelago National Park Reserve in Quebéc
shutterstock.com/ Pieredelune

Gros Morne, Neufundland

Nächstes Jahr feiert dieser wunderschöne Nationalpark seinen 50. Geburtstag: der Gros Morne National Park in Neufundland. Hier dürft ihr euch auf schneebedeckte Berge und eindrucksvolle Fjorde freuen. Teilweise fallen die Granitfelsen senkrecht ins Meer und Wasserfälle rauschen die Wände hinab – es ist einfach wunderschön. Doch die Natur ist mehr als das: Sie ist ein ganz besonderer Lebensraum, warum der Park aufgrund dieses einzigartigen Ecosystems zum Unesco Welterbe gehört.

Bei einer Wanderung durch die Tablelands kann man aber noch etwas anderes bestaunen in der ungewöhnlichen Landschaft, die ihre eigenartige Farbe daher erhielt, dass sie einst am Meeresgrund lag. Denn hier kollidierten einst Tektonische Platten, die heute die geologische Entwicklung der Erde zeigen. Auch eine Bootsfahrt ist ein toller Ausflug, ebenso wie ein Besuch des Lobster Cove Head Lighthouse, der euch die Geschichte dieses schönen Nationalparks in Kanada näherbringt.

Western Brook Pond Fjord Gros Morne National Park Western
Newfoundland & Labrador Tourism

Cape Breton Highlands, Nova Scotia

Wir haben den perfekten Roadtrip für euch: Im Cape Breton Highlands National Park führt die Panoramastraße Cabot Trail einmal die Küste entlang. Unterwegs sollte man unbedingt anhalten, seinen Blick von der grandiosen Aussicht über den Ozean lösen und einen der vielen Wanderwege ins bewaldete Hinterland voller Schluchten und Wildlife nehmen. Wer Glück hat, kann hier Rentiere erspähen.

Auch Wale tummeln sich zwischen Mai und Oktober vor der Küste – am größten sind die Sichtungschancen beim Endpunkt des Skyline Trails, der auf einem Felsvorsprung über dem Sankt-Lorenz-Strom liegt. Unterwegs müsst ihr unbedingt immer wieder an den kleinen schnuckeligen Örtchen Halt machen, euch mit dem legendären Seafood Nova Scotias stärken und das Leben in vollen Zügen genießen. Denn an diesem Ort schlagen die Uhren einfach entspannter. 

Destination Cape Breton/ Adam Hill

Auyuittuq, Nunavut

Dieser Nationalpark liegt ganz im Nordosten des Landes, in Nunavut, in der zerklüfteten arktischen Landschaft. Kein Wunder, dass nur wenige Menschen den Weg hierher finden. Doch die, die dem schwer auszusprechenden Auyuittuq National Park einen Besuch abstatten, werden diesen Ort garantiert nie wieder vergessen. Die Landschaft im hohen Norden ist dramatisch. Der knapp 100 Kilometer lange Akshayuk Pass zieht sich durch ein breites Tal, das von Gletschern geformt wurde und von schroffen Gipfeln und Eisfeldern gesäumt wird. Wer das wahre Abenteuer sucht, wandert hier entlang – im Winter auf Skiern. Wem das zu abenteuerlich ist, der kann sich bei einem Tagestrip zum Ulu Peak einen Eindruck von dieser unvergleichlichen Landschaft machen. 

Auyuittuq National Park, einer der schönsten Nationalparks in Kanada
Destination Canada

Banff, Alberta

Klar – der berühmteste der Nationalparks in Kanada darf auf dieser Liste natürlich auch nicht fehlen: der Banff National Park in Alberta, berüchtigt für seine schneebedeckten Berggipfel, die sich in tieftürkisen Seen spiegeln. Lake Louise und Moraine Lake sind einige der bekanntesten, die auch zu kleinen Wanderungen einladen. Auch eine Bootstour auf dem Lake Minnewanka gilt als Muss in dem Park – und natürlich eine Fahrt auf dem Icefields Parkway entlang der Gletscher und Bergflüsse.

Die Massen hin oder her: Diesen Nationalpark muss man gesehen haben! Kommt am besten im Herbst, dann ist es nicht ganz so voll und ihr könnt die vielen Wälder des Parks in den buntesten Farben bestaunen. 

Moraine Lake, Banff National Park, Alberta
Banter Snaps
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